Warum erhalten sowenig Frauen eine Diagnose bei Vaginismus?

Vaginismus ist leider immer noch ein weitverbreitetes Tabu, selbst unter Ärzten und Therapeuten. Immer wieder höre ich Berichte von Frauen, die erzählen, wielange sie von Arzt zu Psychologe zu Sexualtherapeut zu Physiotherapeut wechselten und immer noch nicht das Wort ‚Vaginismus‘ gehört haben.

In meiner jahrelangen Praxis mit betroffen Frauen spreche ich auch immer wieder mit Ärzten und Therapeuten, die sagen, sie kennen dieses Thema nur aus dem Schulbuch. Wenn ich dann grade bei Gynäkologen nachfrage „können Sie immer alle Patientinnen problemlos untersuchen?“ kommt meist die Antwort „nein, aber das ist bei mir Alltag, eine gynäkologische Untersuchung ist bei vielen Frauen ein Problem“. Aha. Da stellt sich dann die Frage, warum die Ärzte in so einem Moment nicht mal nachfragen, ob die betreffene Frau auch Schwierigkeiten hat einen Tampon oder Finger einzuführen. Oder ob sie Schmerzen oder Engegefühl in der Scheide beim Geschlechtsverkehr emfpindet…

Was ist daran so schwierig? Ist es die vermeintliche Sex-Thematik? Auch für Gynäkologen ein schwieriges Thema. Schliesslich ist ihr Fachgebiet Frauenheilkunde und nicht Sexualität. Oder fehlt diese Thematik währen Ausbildungen von Psychologen, Ärzten, Sexualtherapeuten und Physiotherapeuten?

Sorry, liebe Ärzte und Therapeuten, ich möchte Euch keineswegs auf den Schlips treten!
Dennoch: ein bisschen mehr Information und Wissen zum Thema Vaginismus und Vulvodynie würde Eurem Berufsstand gut bekommen. Besonders für betroffene Frauen ist es eine riesige Hilfe, wenn Sie schon nur den Begriff Vaginismus mal hören und von Ihnen an eine kompetente Stelle weiterverwiesen werden.

2017-10-05T10:42:55+00:00

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